Guido Stolte, Schatzmeister, Webadmin

Sehr geehrte Leser und Interessierte,

zur letzten Kreistagssitzung am 11.10.2021 der emsländischen Kreistages, und damit Ende der Legislatur der jetzigen AfD-Kreistagsfraktion im Emsland, stellt diese ihren letzten Antrag.

Behandelt wird das Thema, Pumpversuche des WVLL und dessen Auswirkungen und Schäden an Flora und Fauna.

Von der Arbeitsgemeinschaft Unser Wasser (AGUW) Lengerich-Handrup wurde an Landrat Burgdorf eine Petition übergeben, die den sofortigen Stopp der Pumpversuche und Überprüfung der Genehmigung des WVLL fordert. Unser Fraktion hat sich diesem Thema angenommen, einen Antrag am letzten Freitag besprochen und heute an den Landrat verschickt.

Antrags TEXT :

Antrag zur Kreistagssitzung am 11.10.2021

Sehr geehrter Herr Landrat Burgdorf,

als Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Emsland beantrage ich für die Kreistagssitzung am 11.10.2021 folgenden Antrag als Tagesordnungspunkt in der öffentlichen Sitzung aufzunehmen.

ANTRAG: Unterstützung AGUW-Petition „PUMPVERSUCH LENGERICH-HANDRUP SOFORT STOPPEN“

Landrat Burgdorf wird auf gefordert, die Petition der „AG Unser Wasser Lengerich-Handrup“ (AGUW), die ihm und Herrn Kopmeyer am 16.Juni.2021 übergeben wurde, mit sofortiger Wirkung umzusetzen und die Pumpversuche des Wasserverbandes Lingener Land (WVLL) durch Anweisung an die dafür zuständige Untergliederung (Untere Wasserbehörde) „SOFORT zu stoppen“

https://www.openpetition.de/petition/online/pumpversuch-lengerich-handrup-sofort-stoppen

Begründung :

Im März 2020 wurde vom WVLL ein 3-jähriger Pumpversuch gestartet, der Aufgrund von Antragsunterlagen der CAH Geoinformetric Hildesheim genehmigt und von Landrat Winter mit sofortigem Vollzug angeordnet wurde. Schon damals wurde frühzeitig und fundiert auf enorme Risiken hingewiesen, und das Material dazu von der AGUW der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, jedoch wissentlich ignoriert. Die Realität weicht „extrem“ von den Berechnungen und Prognosen des WVLL ab.

Wir fordern daher Landrat Burgdorf auf, die hydrologischen Berechnungsmodelle mit den Jahren „2015-2017“ abzugleichen, und nicht die des „Extremtrockenjahres 2018“. Nur hierdurch lassen sich auch die tatsächlich förderbedingten Absenkungen erkennen, wie diese messtechnisch erfasst sind. Laut AGUW wurde jedem Abgeordneten des emsländischen Kreistages ein Anschreiben mit einer Grafik zugeschickt, mit der Untertitellung „Grundwasserstände April 2021 (1,0 Mio m³) im Vergleich zu April 2020 (0,5 Mio m³) und modellierte Absenkung“, auf der eindeutig die Unzuverlässigkeit der Prognosen erkennbar sind.

Es grenzt ebenso an einer gewissen Arroganz von Wasserverband und Landkreis, Hinweise und Erkenntnisse von Betroffenen zu ignorieren, sodass diesen somit nur der Klageweg vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück übrig geblieben ist, ob der Antrag für die Pumpversuche vom Landkreis korrekt geprüft und beschieden worden ist.

Die Petition, die ebenso ignoriert und vom Ausgang des Gerichtsverfahrens abhängig gemacht wird, zeigt, ´welch Überheblichkeit gegenüber dem Bürger an den Tag gelegt wird; frei nach dem Motto: Was interessieren uns schon Petitionen !?. Die AfD jedoch steht für Bürgerentscheide und Petitionen. Wir leben Demokratie!

Um weitere Schäden an der Natur vorzubeugen, hätte der Pumpversuch mit Übergabe der Petition sofort gestoppt werden müssen. Die AGUW kann belegen, dass erheblich größere schädliche Auswirkungen auf die hiesige Flora und Fauna die Folge sein wird, als es der WVLL den Kommunen und der Bevölkerung weismachen will. Dazu wurden von der AGUW, 50 eigene, oberflächennahe Grundwassermessstellen von Fachfirmen eingelegt und eingemessen, um diese mit „offiziellen Messdaten“ zu vergleichen. Die Pegelstände werden von einem Gutachter in regelmäßigen Rhythmen und dessen Daten in das landesweite Programm AQUAINFO eingepflegt und dem Wasserverband zur Verfügung gestellt.

Ebenso werden die im Einzugsgebiet befindlichen Pegelstände der Teiche und Bäche gemessen, die gravierende Abweichungen zu den Antragsunterlagen aufweisen. Diese zeigen auf, dass die Pegelstände der zweiten Pumpstufe schon erheblich niedriger sind, als für die modellierte Antragstellung. Auch zur Halbzeit der ersten Pumpstufe bei nur 0,5 Mio m³ zeichnete sich ab, dass das Einzugsgebiet wesentlich größer ausfällt, als ursprünglich angenommen wurde. Entsprechend dieser Tatsache wurden vom WVLL- Gutachter die oberflächlich betroffenen Gebiete um 80% vergrößert, die jedoch nicht in die Beweissicherung aufgenommen wurden.

Die revidierten Prognosen erweisen sich somit als FALSCH

Die Aussage der WVLL gegenüber einem möglichen Abbruch des Pumpversuches, ist an Unglaubwürdigkeit und Ignoranz kaum zu überbieten : “ Abgebrochen wird, wenn wir merken, es geht nicht mehr“ hat in etwa eine Aussage wie „wenn alle Bäche und Teiche trocken sind, haben wir alles getan um der Umwelt den Todesstoß zu verpassen“.

Spätere Generationen werden es den Behörden sicherlich danken, da diese weder „Objektivität noch Verantwortung“ zeigten.

Sogar das Bürgerradio Ems-Vechte Welle zeigte mehr Interesse als der Landrat und seine Behörde. Die Verantwortlichen der AGUW bekamen ca. 30 Minuten Zeit ihr Anliegen vorzubringen, welches sich jeder Abgeordnete/r auf der Homepage der AGUW zu Gemüte führen kann.

http://www.ag-unser-wasser.de/wp-content/uploads/2021/08/EVW-Wasserinterview_im_Juli-2021.ogg

oder als Protokoll PDF :

http://www.ag-unser-wasser.de/wp-content/uploads/2021/08/Klartext-bei-der-Ems-Vechte-Welle-vom-27.Juli-2021.pdf

Weiteres kann auf der ausführlichen Webseite der AGUW nachgelesen werden, unter : www.ag-unser-wasser.de

Aufgrund der Petition und der erdrückenden Beweise der AGUW, fordern wir hiermit Landrat Burgdorf auf, schon mit Erhalt unseres Antrages, den Pumpversuch mit sofortiger Wirkung zu stoppen, spätestens jedoch wenn der Antrag in der oben angegebenen Kreistagssitzung behandelt wird, um jeglichen „weiteren Schaden“ an der Umwelt zu verhindern !

Beschlussvorschlag:

Der emsländische Kreistag fordert den sofortigen STOPP der Pumpversuche und erteilt Landrat Burgdorf den Auftrag, die hydrologischen Berechnungsmodelle mit den Normaljahren 2015-2017 (und nicht 2018 als Extremtrockenjahr) durch seine Behörden abgleichen zu lassen, um die tatsächlich bedingten Absenkungen zu erkennen und gemäß der im übergebenen Petition zu handeln.

 

>>>Antrag als PDF<<<