Harmut Krüger, AfD Fraktion im Emsland

Gestern im Kreistag am 19.02.2018, Hartmut Krueger mit seiner Rede zu dem Thema !

Die zur Abstimmung anstehende LSGV „Waldgebiete auf dem Hümmling“ bildet die Voraussetzung für die bereits erfolgte Schaffung des Naturparks Hümmling.

Das Landschaftsschutzgebiet kann leicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hier nicht nur um die Unterschutzstellung von 12.149 ha großen Waldgebieten auf dem Hümmling handelt. Immerhin sind ca 800 Waldbesitzer davon betroffen.

Denn dieses Landschaftsschutzgebiet soll als Teilgebiet des Naturparks Hümmling dienen.
Es soll einen regionalen Entwicklungsplan ermöglichen, der auch die touristische Entwicklung der Naturparke Hümmling und Bourtanger Moor anstrebt.

Hier stellt sich die Frage, in wie weit sich die angeblichen Ziele „Erhalt, der Schutz, die Vielfalt und Eigenart“ des Landschaftsschutzgebietes … mit „naturverträglichem Tourismus“ vertragen würde.

Wenn es dem Landkreis mit einem Naturschutz Ernst wäre, müssten diese Wälder jedoch als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.

Zwar sollen laut Schutzverordnung Ruhezonen

für das Wild erhalten bleiben, doch der Neubau von Rad-, Wander- und Reitwegen bedeutet eine Zerstückelung der Waldgebiete.
Gibt es in wörtlichem Sinne überhaupt einen „naturverträglichen Tourismus“, ist zu fragen?
Campingplätze, Wanderwege, Radwege, Reitwege, Parkplätze, Besucherzentren, Zugangsstraßen, Naturlehrpfade, Schutzhütten, Reitsportanlagen… bedeuten einen starken Besucherdruck auf die Tierwelt.
Mit allen damit verbundenen Begleiterscheinungen, wie Vermüllung, Verlärmung, Luftbelastungen durch Besucherverkehr.

Mit den erhofften Fördergeldern in zweistellige

r Millionenhöhe für die Ausgestaltung eines Naturparkplanes… und damit auch den Waldgebieten auf dem Hümmling… werden solche touristischen Attraktionen ermöglicht.

Es handelt sich hier eindeutig um die beabsichtigte touristische Umgestaltung eines Landschaftsschutzgebietes.
Die letzten großen Waldgebiete des Emslandes sollen zukünftig nun auch noch einem Tourismus dienen?
Es gilt heute mehr denn je, die letzten großen Waldgebiete des Emslandes nicht touristisch zu vermarkten.
Stattdessen sollten sie vollständig und ökologisch intakt an unsere Nachkommen vererbt werden.

Eine verantwortungsvoll betriebene Waldwirtschaft ist nicht profitabel und auch nicht zum Nulltarif zu haben.
Waldbesitzer sollten für die Pflege ihrer Wälder nicht benachteiligt, sondern vielmehr entschädigt werden.
Erfreulicherweise werden in der überarbeiteten LSGV den berechtigten Forderungen der Waldwirtschaft gewisse Zugeständnisse bezüglich der Anpflanzung von Nadelwäldern gemacht.

Andererseits werden diese wieder dadurch

eingeschränkt, dass die Forstwirtschaft weiterhin multifunktionale Mischwälder schaffen soll.
Unabhängig davon, ob sich diese Mischwälder auch wirtschaftlich rechnen werden.

Forstwirte berichten, dass sie derzeit nur noch von der Substanz der Wälder leben, die von Generationen ihrer Vorfahren angepflanzt worden sind. Das betrifft vor Allem Laub- und Mischwälder.
Waldbesitzern werden damit erhebliche wirtschaftliche Risiken aufgebürdet, die möglicherweise zum wirtschaftlichen Bankrott der seit Generationen ansässigen Forstwirte führen können.

Generell beklagen Waldbesitzer, dass sie vom Landkreis Emsland nicht über die Details der Landschaftsschutzgebietsverordnung informiert worden sind.
Zu klären bleibt fernerhin, ob das 25 Jahre alte Kartenmaterial, das als Basis für das neue Landschaftsschutzgebiet dient…rechtlich noch zulässig ist.
Allein deswegen nicht, weil es die in den letzten Jahrzehnten gewachsenen Anlagen der Bauernhöfe nicht erfasst.
Neuere Satellitenaufnahmen zeigen das deutlich.
Betroffene Waldbesitzer befürchten, dass die in Aussicht stehenden Fördergelder in die Schaffung von touristischen Infrastrukturen fließen werden.

Sie selbst werden jedoch leer ausgehen.
Die touristische Nutzung der Waldgebiete auf dem Hümmling ist nach Ansicht der AfD-Fraktion mit Landschafts-Schutz nicht vereinbar.

Die AfD-Fraktion lehnt die LSGV aus Gründen des Umweltschutzes, sowie wegen der möglichen finanziellen Benachteiligungen der Land- und Forstwirte, ab.

https://www.noz.de/lokales/meppen/artikel/1022856/kreis-emsland-weist-huemmling-waldschutzgebiet-erneut-aus