Hartmut Krüger, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Pressesprecher

 

Liebe Leser und Interessierte

Die derzeit errechneten Gesamtkosten für den Ausbau der E233 zur Autobahn werden offiziell per 01.07.2020 mit 878,5 Mio € angegeben. Da bisher noch keine Baumaßnahmen erfolgt sind, kann nur vermutet werden, dass sich diese Kosten von ca 878,5 Mio € aus bisherigen Ausschreibungen und Vergaben (für welchen Bauabschnitt überhaupt?) errechnen.

Diese Gesamtkosten scheinen ohnehin fragwürdig zu sein:

Der unabhängige „Verein Verkehrswende Cloppenburg Emsland e.V.“ (VCE e.V.) kommt dem gegenüber zu ganz anderen Zahlen :

Immense noch nicht überschaubare Kosten und Flächenverbrauch

Seit 2003 hat sich der Bau der 89 km langen Autobahn, beschönigend „Vierstreifiger Ausbau “ genannt, von einstmals 218,3 Mio € auf bis dato 1.095 Mio € erhöht. In der mittlerweile 17-jährigen Planungs- und Beantragungszeit also um 501 % .

Bis zur Endabnahme der Autobahn mit all ihren Zubringern, Abfahrten und Service-Einrichtungen dürften mindestens noch 10 weitere Jahre vergehen.

Das wären dann 10 Jahre der Verkehrsbehinderungen, die viele Anrainer-Ortschaften belasten werden. Die dabei durch den Umleitungs-Verkehr geschädigten Straßen erscheinen in keiner Kalkulation und werden den Kommunen und dem Landkreis zur Last fallen.

Der E-233- Verlauf aus B213/B72 hat derzeit über 120 Abfahrten, also kurze Wege für die verstreut wohnenden Anlieger. Nach dem Ausbau zur Autobahn werden es nur noch 24 sein. Über Jahrzehnte gewachsene Sozialräume werden so zerstört.

Selbstverständlich bedeutet diese neue Autobahn eine erhebliche zusätzliche Lärmbelastung, mehr Luftverschmutzung…. und einen Flächenverbrauch von mehr als 1000 ha an wertvollem Ackerland.

Geschätzte 1,5 Millarden Euro liegen in der Luft

Derzeit werden die Endkosten von unabhängiger Seite auf 1,5 Milliarden € geschätzt.

Unverständlich bleibt nach wie vor, dass eine 89 km lange Autobahn gebaut werden soll, um dem Transitverkehr aus Holland nur 13 km Autobahnfahrt über die A31, A30 zu ersparen.

Verständlich ist jedoch, dass das Umweltbundesamt diese Autobahn ablehnt und dass sie im Bundesverkehrswegeplan zu den am schlechtesten bewerteten Projekten gehört.

Mit diesen avisierten Baukosten könnten statt einer überflüssigen Autobahn die gesamten Straßennetze der Landkreise Cloppenburg und Emsland saniert werden.

Lieber ein gut ausgebautes und auch befahrbares Straßennetz

Mit einem gut ausgebauten und gepflegten Straßennetz ständen beide Landkreise vermutlich einzigartig im ganzen Bundesgebiet da.

Damit wäre der wirtschaftlichen und touristischen Attraktion der Landkreise Emsland und Cloppenburg und deren Bewohnern sicherlich besser gedient als mit einem fragwürdigen Prestigeprojekt einer weiteren Autobahn.

Auch der heimischen Bauindustrie kämen vergleichsweise ähnlich umfangreiche Projekte und Aufträge zugute.

Es ist verständlich, dass sich eine Bürgerinitiative wie der VCE e.V. bzw. Exit233 gebildet und organisiert hat, um dieses unsinnige Projekt zu verhindern.

Gigantische Fehlinvestition

Die AfD-Fraktion vermutet in dem geplanten Autobahnbau der E233 eine gigantische Fehlinvestition von derzeit noch unkalkulierbarer Größe.

Die AfD-Fraktion hat sich seit 10/2016 gegen diesen Autobahnbau ausgesprochen und diese Position in den verschiedenen Ausschüssen des Landkreises Emsland, sowie bei Kreistagssitzungen, gegen den massiven Widerstand etablierter Parteien stets vertreten.